Seit Jahrhunderten wacht Avranches über die Bucht und die Abtei des Mont-Saint-Michel, die man von den Stadtmauern aus bewundern kann. Das Panorama ist einen Abstecher wert – ebenso wie das reiche religiöse, historische und natürliche Erbe, das die Stadt bietet. Hier sind die Highlights von Avranches.
Die Kirche Saint-Saturnin
Seit dem 19. Jahrhundert regelmäßig renoviert, ist die Kirche Saint-Saturnin tatsächlich das älteste religiöse Bauwerk von Avranches. Dort kann man ein denkmalgeschütztes Flachrelief aus dem 14. Jahrhundert sowie die monumentale Glocke der Agonisants aus der Renaissance bewundern.
Die Basilika Saint-Gervais
Die Basilika Saint-Gervais beherbergt einen Schatz, wurde im 17. Jahrhundert errichtet und zieht viele Neugierige sowie Gläubige an. Als Referenz für religiöse Gegenstände wurde dort nach der Revolution ein Museum eingerichtet, in dem Holz- und Steinskulpturen neben kostbaren Reliquiaren, Schmuckstücken und liturgischen Objekten zu sehen sind. Der Höhepunkt des Besuchs bleibt jedoch die Reliquie des heiligen Aubert: der Schädel eines berühmten Bischofs von Avranches, der die Spur des Fingers des Erzengels Saint-Michel trägt.
Die Kirche Notre-Dame-des-Champs
Jüngeren Datums war die Geschichte von der neugotischen Kirche Notre-Dame-des-Champs chaotisch – vom ersten Stein, der 1863 gelegt wurde, bis zum Bau ihrer zwei Türme und der Installation einer großen Orgel in den 1930er-Jahren.
Das Museum für Kunst und Geschichte
In der Altstadt kann man im Museum für Kunst und Geschichte die Hauben, Trachten, Wohnformen und Traditionen der Region entdecken, ebenso wie einige Räume, die der jüngeren Geschichte von Avranches und seiner Bedeutung im Zweiten Weltkrieg gewidmet sind.
Das Scriptorial-Museum
Im Bereich Wissenschaft und Technik ist das Scriptorial-Museum von Avranches seit der Französischen Revolution der offizielle Hüter der Handschriften der Abtei Mont-Saint-Michel. In einem sehr modernen Rahmen reist man dort in der Zeit zurück und entdeckt die Geheimnisse der Herstellung alter Handschriften – von Papyrus bis zur ersten Enzyklopädie – sowie das Know-how der Mönche als Kopisten.
Der Thomas-Beckett-Platz
Zahlreiche Parks, Plätze und Gärten verleihen der Stadt zwischen Land und Meer einen ganz besonderen Charme. Der Thomas-Beckett-Platz in der Nähe des ehemaligen Bischofssitzes verbindet auf schöne Weise Weißdornhecken, Spielbereiche und moderne architektonische Elemente – als Hommage an die verschwundene alte Kathedrale, an König Heinrich Plantagenet und an die maritime Vergangenheit der Stadt – mit einem atemberaubenden Blick auf die Bucht.
Der öffentliche Garten
Alte Gebäude aus dem 13. Jahrhundert dienten als Grundlage für die Anlage des idyllischen öffentlichen Gartens Donjon et Courtine und des mittelalterlichen Obstgartens Hortus, in dem man Heilpflanzen und farbenfrohe Beete bewundern kann.
Der botanische Garten
Der botanische Garten von Avranches, zart zwischen Himmel und Erde gelegen, bietet zweifellos den schönsten Blick auf die unglaubliche Bucht des Mont-Saint-Michel. Seine Lage und die Ruhe, die er ausstrahlt, haben übrigens berühmte Autoren wie Hugo, Maupassant oder Stendhal begeistert. Heute besteht er aus rund einem Dutzend Landschaften mit unterschiedlichen Pflanzenarten. Man schlendert von Rhododendren zu Ahornen, vom Kameliengarten zur Kirschwiese – und kann dort sogar eine Obstschule entdecken!
Kunstwerkstätten
Die hübschen Gassen und Plätze der Stadt sind außerdem voller Kunst- und Handwerksateliers, die einen angenehmen Spaziergang begleiten. Im Bruit qui court. werden schöne Lampenschirme aus alten Stoffen und Haushaltswäsche gefertigt. In der Maison d’en Haut entdeckt man Schmuck, Keramik und kleine handgefertigte Möbel. Einführungskurse in Kalligrafie und Buchmalerei, wie sie den Mönchen des Mont besonders am Herzen lag, werden im Parchemin des Limbes angeboten.
Bildnachweis Titelbild: OUEST FRANCE